Das Internet in China


Die Volksrepublik China ist im Westen sowohl für ihren ungebremsten Weg zur modernen industriellen Supermacht als auch für ihr strenges Regime bekannt, dass den Menschen oft genug den Zugang zum Westen verwehrt. Besonders interessant ist es in diesem Zusammenhang die Geschichte des World Wide Webs in China zu betrachten. Denn immer noch ist es für die Menschen in China unmöglich auf all die Seiten zurückzugreifen, die uns hier so selbstverständlich zur Verfügung stehen. Zensuren durch Politik und Behörden sind an der Tagesordnung und so mancher westliche Reisende hat sich schon gewundert, warum er auf einmal keinen Zugang mehr zu einer website hatte…

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Das Land China bekam zum ersten Mal im Jahre 1987 Zugang zum Internet und zwar über einen Gateway der Universität Karlsruhe. Damals verschickten chinesische Wissenschaftler die erste e-mail an ihre deutschen Kollegen. Erst 1994 gab die chinesische Regierung die Erlaubnis für einen eigenen vollständigen Zugang des Landes zum Internet. Daraufhin folgte die sofortige Gründung etlicher staatlicher Behörden, Organisationen und eigenen Anbietern für einen perfekten Einstieg ins Internet-Zeitalter.
1996 wurden China allerdings auch schon die ersten Bestimmungen zur Kontrolle des Internets erlassen, 1998 das eigene “Ministerium für Informationsindustrie” gegründet – der Traum der Menschen, eine freie Nutzung des Internets und der dadurch ermöglichte Zugang zu allen Informationen der westlichen Welt, bleibt bis heute ein frommer Wunsch.

Im gleichen Jahr wurde in China versucht, ein eigenes chinesisches Intranet zu errichten. Zahlreiche Firmen beteiligten sich an der Entwicklung, die vornehmlich deshalb vorgenommen worden sein soll, damit die Sprachbarriere zur westlichen Schrift nicht mehr vorhanden wäre. Allerdings scheiterte dieses Projekt einige Zeit später.

Interessant ist auch der Aufbau der Struktur des Internets im riesigen Land China.
Sieben Netzwerk werden zu einem backbone zusammen geführt, der über Peking, Kanton und Shanghai internationale Anbindung hat. Die Netzwerkbetreiber befinden sich noch immer zumeist in staatlicher Hand.

Im Jahr 2006 hatte China (Einwohnerzahl: 1, 3 Milliarden Menschen) 123 Millionen Internet-User, was bedeutet das diejenigen mindestens eine Stunde pro Tag im Schnitt online sind. Das sind nur 10 % der Gesamtbevölkerung.
Die meisten User nutzen das Internet von zuhause aus, wohl weil die Restriktionen dort etwas geringer einzuschätzen sind. Besonders beliebt bei Chinesen sind aber auch die Internet-Cafés, die Wangbas. 2002 kamen 25 junge Leute bei einem Brand in einem Intenet-Café zu Tode, woraufhin die Regierung viele Wangbas schließen ließ. Sowohl im Westen als auch im eingene Land wurde vermutet, dass dies nicht aufgrund des Unglücks, sondern wegen der besseren Internet-Kontrolle geschah. Überwachunskameras und Datenaufzeichnung sprechen eine deutliche Sprache – Chinas Weg zum Internet im eigentlichen Sinne wird noch ein “langer Marsch” sein.