Immer mehr Menschen sind fasziniert von der eigentümlichen Schrift der Chinesen. Man findet sie als Tatoos, auf Halstüchern, T-Shirts und als Modeaccessoires. Viele wollen auch selbst erlernen, wie man diese kunstvollen chinesischen Zeichen schriebt und verwendet, was sie bedeuten.
Damit eröffnet sich der Blick weit zurück in Chinas Kulturgeschichte.
Die chinesische Zeichenschrift wurde vor über 3 000 Jahren zum ersten Mal benutzt. Forscher fanden auf verschiedenen Tierknochen aus dieser Zeit eingeritze Symbole. Das genaue Datum der Entstehung der chinesischen Schriftzeichen konnte jedoch noch nicht ermittelt werden, da sich auf den ältesten Relikten bereits 5 000 verschiedene Zeichen befanden.
Um 200 v. Chr. vereinheitlichte der große chinesische Kaiser Qin Shihuandi (der auch den Bau der chinesischen Mauer begann) die Schriftzeichen die unterschiedlichen Zeichen der chinesischen Regionen. Dadurch entstand eine Vielzahl an neuen Schriftzeichen.
Um 400 n. Chr. wurde die chinesische Schrift nochmals reformiert. Seitdem wurden über 2 000 Jahre etwa die gleichen Zeichen beibehalten.
1956 veranlasste Mao Zedong eine Schriftreform, die zur Verkürzung und Erleichterung der chinesischen Zeichen führen sollte. Er ließ zahlreiche Kurzzeichen einführen, die ihre Ursprünge allerdings auch bereits in der Tang-Dynastie (600 v. Chr. – 900 v. Chr.) und im Königreich der Taiping-Rebellen (um 1860) ihren Ursprung hatten.
Beispielsweise wurden bei diesen Vereinfachungen Punkte und Striche bei den Zeichen weggelassen oder die traditionellen Langzeichen zusammengefasst.
In Hongkong, Taiwan und Macao wurden diese Reformen allerdings nie durchgeführt, weshalb diese Staaten ihre Tradition der chinesischen Langschrift-Zeichen beibehalten haben.
Insgesamt stehen die heutigen chinesischen Zeichen aber immer noch direkt mit denen des Han-Kaisers Qin in Verbindung, was die Chinesen auch mit Stolz auf ihre lange Schrift-Tradition erfüllt.
Die chinesische Schrift heute über 50 000 Zeichen, die alle für einen eigenen Begriff oder den Teil eines Wortes stehen. Es gibt jedoch nicht sehr viele Chinesen, die wirklich alle Zeichen beherrschen.
Für den Alltag reichen allerdings auch 3 000 – 4 000 Zeichen. Dennoch haben die chinesischen Kinder in der Schule um einiges mehr zu erlernen, als deutsche Kinder, die mit 26 Buchstaben alle Wörter bilden können.
Das Beherrschen von möglichst vielen Schriftzeichen bedeutet in China für jeden Bürger auch höheres Ansehen, weshalb auf Bildung besonders viel wert gelegt wird.
Die chinesischen Schriftzeichen bildeten auch die Grundlage für die japanischen Zeichen, eine koreanische und die vietnamesische Schrift Hanja.