Banken in China


Die vier größten Banken Chinas sind die ABC (Agricultural Bank of China), die BOC (Bank of China), die CCB (China Construction Bank) und die ICBC (Industrial and Commercial Bank of China). Von diesen ist die CCB die drittgrößte und gilt als solideste. Sie war auch die erste, die in Hongkong an die Börse ging.

Bis 1997 hatte das Ausland kein Interesse an Chinas staatlichen Banken. Das hat sich gewaltig geändert. Seit 1997 arbeitet der chinesische Staat daran, seine Banken für den Weltmarkt konsolidieren. Er ließ zahlungsunfähige Finanzinstitute schließen und nahezu 300 Milliarden US-Dollar bereitstellen, um das geringe Eigenkapital der verbliebenen Geldhäuser zu erhöhen, wobei die CCB 22,5 Dollar erhielt. Außerdem wurden in Verzug geratenen Kreditvereinbarungen, sogenannte NPL (nonperforming loans) im Wert von 169 Milliarden US-Dollar übernommen und sogenannte AMC´s (Asset Management Companies), staatliche Auffanggesellschaften für jede der vier Großbanken gegründet. Als Kontrollinstanz über die Vorstände rief die chinesische Regierung die CBRC (China Banking Regulatory Commission) ins Leben. Jede Staatsbank muss sich vierteljährlich für ihre Eigenkapitalquote, Kreditrisiken und andere Zielvorgaben gegenüber der CBRC verantworten. Dabei wurde 30% der Bankfilialen geschlossen, ein Viertel der Mitarbeiter entlassen und Problemkredite (NPL) von 17% auf 4% heruntergeschraubt.

Aufgrund solcher Umstrukturierungsmaßnahmen wurde China 2001 in die WTO (Welthandelsorganisation) aufgenommen. Als Bedingung musste es ausländischen Firmen seinen Binnenmarkt öffnen. So ließen sich nach und nach auch konkurrierende Banken aus dem Ausland nieder. Mit Beginn diesen Jahres sind die letzten Zugangsbeschränkungen aufgehoben. In der Folge haben sich ausländische Banken ins chinesische Banksystem eingekauft – allen voran die Bank of America mit 9% der CCB-Aktien und der Zusicherung, ihren Anteil bis 2010 auf 19,9% erhöhen zu können. Im Februar 2004 hat die CCB ein Jointventure mit der Bausparkasse Schwäbisch Hall geschlossen. Heute überschreitet die CCB 14.000 Filialen, verfügt über 310.000 Mitarbeiter und 12500 Geldautomaten. Ihr Kreditanteil beträgt 12%, ihre Spareinlagen 13%. Ihre Konzentration auf Immobiliengeschäfte macht sie allerdings anfällig für Haus- und Grundstück-Spekulationen.

Die COB, Bank of China war im Mai 2006 mit fast 10 Milliarden Dollar an die Hongkonger Börse gegangen. Ihre Aktie erreichte 3,40 Hongkong-Dollar und schloss mit 15% im Plus. Es war seit 2000 der größte Börsengang international. Damit ist ihr Marktwert auf beinahe 84 Milliarden Euro gestiegen. Die Finanzkrise ließ bei der COB inzwischen unerwartete Rückstellungen erkennen. Betroffen ist auch die ICBC: Chinas größtes Geldhaus musste 360 Millionen Dollar für Kreditausfälle (NPL) auf den Tisch legen.