Explosion bei Mais-Preisen dank China?
By Matthias on Aug 30, 2010 in Wirtschaft
Rohstoffe sind ein immer knapperes Gut, diese Tatsache ist kein wirkliches Novum. Aufgrund des fortgesetzt deutlichen Zuwachses der Weltbevölkerung, das vor allem in typischen Schwellenländern wie Indien oder China zu erkennen ist, werden die Ressourcen immer knapper. Offensichtlich ist vor diesem Hintergrund die Entwicklung der Kurse für Rohstoffe, die in vielen Bereichen schon seit Monaten zum Teil steil nach oben gehen.
Auch bei Mais ist dies aktuell der Fall. Dies liegt einerseits daran, dass in den wichtigen internationalen Herstellerländern für Mai mit möglicherweise sogar erheblich geringere Ernten erwartet werden. Andererseits ist es gerade die Volksrepublik importiert immer größere Mengen Reis aus dem Ausland. Mit dem Ergebnis, dass die Kontrakte für Mais auf dem Markt dieser Tage den höchsten Stand seit gut 14 Monaten erreicht haben. An der weltbekannten US-amerikanischen Terminbörse „Chicago Board of Trade“ kletterten die Maiskontrakte mit Bezug auf Auslieferungen im kommenden Dezember um rund zwei Prozent. Den Ausschlag für diese Kursprünge gaben neben der großen Nachfrage aus China auch die schlechten Wetterbedingungen, unter denen schon seit viele Wochen in den typischen Anbaugebieten gekämpft wird.
Und dennoch: Insbesondere der massive Bedarf im Reich der Mitte lässt die Kurse steigen. Allein im Juli dieses Jahres stieg das Import-Gesamtvolumen auf fast 194.000 Tonnen, noch im Juni wurden nicht einmal 65.000 Tonnen Mais ins Land geholt. Im Jahr 2009 sogar waren es im Juli zur etwa 1300 Tonnen Mais. Überraschend ist dieser steigende Nachfrage nicht zuletzt aus dem Grund, weil China wie in vielen anderen Bereichen der Rohstoff-Versorgung eigentlich schon seit langem das Ziel verfolgt, sich von den internationalen Märkten unabhängig zu machen. Benötigt wird Mais in der Volksrepublik in erster Linie als Futtermittel.
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