Ärger um Arbeitsschutz bei chinesischen Zulieferern deutscher Unternehmen
By Matthias on Aug 20, 2010 in Sonstige News
China ist längst nicht mehr die Nation, die im großen Stil auf dem Binnenmarkt die Weichen für den eigenen wirtschaftlichen Boom sorgt. Einen Großteil ihres Erfolges verbucht die Volksrepublik inzwischen vor allem im Export. Hierbei spielt gerade auch die Bundesrepublik Deutschland eine wesentliche Rolle als Handelspartner. Viele chinesische Unternehmen fungieren inzwischen als preiswerte Zwischenhändler und Zulieferer für Firmen und Betriebe aus Deutschland, die unter „Made in China“ nicht mehr nur billige Kopien international erfolgreicher Marken und Produkte erkennen. Doch die Zusammenarbeit birgt für die Unternehmen in Deutschland durchaus auch Risiken.
Wenngleich diese nicht in finanzieller Hinsicht zu finden sind, so wirkt sich im Ernstfall doch auch ein Bericht über Verstößen gegen geltendes Arbeitsrecht auf den Ruf deutscher Unternehmen aus. Aktuell sind es unter anderem die Großkonzerne Adidas und Aldi, die von der bekannten Menschenrechtsorganisation Südwind heftig kritisiert werden, weil ihre Zulieferer in China den Mitarbeitern Überstunden in exzessivem Maße zumuten. Nach Aussagen der Organisation werden bei einem Bekleidungsunternehmen, von dem sich Aldi beliefern lässt, monatlich zum Teil 130 Überstunden von den Arbeitnehmern verlangt werden. Sowohl im Hause Adidas als auch bei Aldi will man von den Problemen nichts wissen, bei Aldi lenkt man jedoch bedingt ein. So arbeite man vor Ort in Goangdong bereits daran, mögliche Missstände bei den Arbeitsstandards sowie im sozialen Umfeld der Zulieferungsunternehmen zu beheben.
Bei einem Adidas-Liefernten aus Fuijan sind 90 Überstunden und mehr möglich. Adidas glaubt fest an die Einhaltung des hauseigenen Verhaltenscodex in China, der eine maximale Wochenarbeitszeit von 60 Stunden vorsieht. Allein stehen Aldi und Adidas nicht in der Kritik. Auch bei Partnern der Metro-Handelskette soll es nicht unbedingt gerecht zugehen. Im Falle Metro spricht Südwind vor allem von sozialen Einschränkungen für die Arbeitnehmer. Zum Beispiel gebe es keinen Mutterschaftsurlaub bei den chinesischen Zulieferern der Metro-Kette. Damit gibt es wieder einmal negative Schlagzeilen bezüglich der Arbeitsbedingungen, nachdem zuletzt in erster Linie der Hersteller Foxconn ins Gerede gekommen war, weil es zu einer Reihe von Selbstmorden im Unternehmen gekommen war.
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