Drill für vierjährige Turner für Chinas sportlichen Erfolg


Die chinesischen Turner und Turnerinnen bestimmen schon seit etlichen Jahren bei internationalen Sportveranstaltungen in vielen Disziplinen das Geschehen. Dass dabei vor allem durch die Strenge der Trainer und sportliche Disziplin die entscheidenden Voraussetzungen geschaffen werden, ist ein offenes Geheimnis, dem nicht zuletzt durch viele Reportagen in den vergangenen Jahren auf den Grund gegangen wurde. Die aktuellen Bilder, die in verschiedenen Nachrichtenportalen aus einem der bekanntesten Turninternate im chinesischen Jiaxing publik wurden, rufen aber dennoch heftige Kritik hervor bei den Lesern und Experten gleichermaßen.

Dort müssen sich bereits Nachwuchstalente im Alter von nur vier bis sechs Jahren einem regelrechten Trainings-Drill unterziehen. Bzw. sie werden unterzogen durch Eltern und Verantwortliche, die die Begabung der Kinder schon in ganz jungen Jahren auf Erfolg trimmen wollen. Diese erschreckenden Bilder sind in gewisser Weise die Folge des Prestige-Gewinns, denn die Volksrepublik China infolge ihrer sportlichen Erfolge in der Vergangenheit verbuchen konnte. Für die Kinder sind die Konsequenzen erheblich. So werden die Kleinen schon im Alter von drei oder vier Jahren von ihren Familien getrennt. Ersatz für die Eltern sind die Trainer, die aus dem Nachwuchs eine Art Trainingsmaschine formen, der alle Strapazen möglichst ohne Widerspruch über sich ergehen lässt.

Zuckerbrot und Peitsche im Kindergartenalter. Welche gesundheitlichen und psychologischen Spätfolgen der harte Trainingsalter für die Kinder bedeutet, ist nicht von Bedeutung. Wichtig ist, dass auch in Zukunft bei Wettbewerben Medaillen gesichert sind. Bedenkt man, dass Mediziner immer wieder die hohen Trainingserwartungen bei den Nachwuchsturnern und -turnerinnen im Alter von zehn Jahren aufwärts anführen, mag man sich kaum ausmalen, welche Folgen der Drill bei den ganz kleinen haben kann.

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