China vor dem nächsten Milchpulver-Skandal?


Der Skandal um mit Melamin verseuchtes Milchpulver ist längst nicht vergessen in der Volksrepublik China. Erst vor einigen Wochen war eine Reihe von Verantwortlichen der Prozess gemacht worden. Inzwischen sind viele Urteile vollstreckt. Doch schon wieder kommen Meldungen über eine mögliche Wiederholung des Skandals in den chinesischen Medien auf. Ausgelöst wurden die Spekulationen durch ein übermäßiges Brustwachstum, dass bei einigen Kleinkindern beobachten worden war. Mediziner tippten als Ursache auf zu hohe Hormonversorgung.

Bei nur einem Fall wäre vermutlich niemand skeptisch geworden, bei mehreren Fällen indes liegt die Vermutung nahe, dass es sich um ein von außen verursachtes Problem handelt. Die Regierung in Peking reagierte dieses Mal schneller als bei früheren Zwischenfällen und kündigte bereits an, frühzeitig Produkte mit Milchpulver ausführlichen Tests unterziehen zu wollen. Auch die Öffentlichkeit soll nach Aussagen eines Sprechers des chinesischen Gesundheitsministeriums direkt über die Testergebnisse informiert werden. Schon jetzt melden sich die ersten Hersteller in Sorge um ihren guten Ruf zu Wort. Beim Hersteller Synutra beispielsweise zeigt sich davon überzeugt, dass die eigenen Milchpulver-Produkte einwandfrei durch die Tests kommen werden.

Zusätzliche Hormone menge man den Produkten nicht bei. Für die Eltern der Kinder zwischen vier und 15 Monaten, denen unerwartet Brüste gewachsen sind, ist dieser Brustton der Überzeugung natürlich kein wirklicher Trost. Dass im Falle eines einjährigen Mädchens von den Medizinern der Hinweis auf eine sexuelle Frühentwicklung verwiesen wurde, lässt wohl selbst den medizinisch unerfahrensten Laien nur mit dem Kopf schütteln.

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