Ölkatastrophe im Osten Chinas entwickelt sich zu einem Desaster
By Matthias on Aug 4, 2010 in Umwelt
Eigene Probleme – welcher Natur auch immer sie sein mögen – gibt die Regierung Chinas erfahrungsgemäß nur sehr widerwillig oder mitunter gar nicht zu. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass Komplikationen und Krisen beim Umweltschutz oder in der Wirtschaft schlicht nicht zu einem Land passen, dass global schon seit einigen Jahren mit einem immensen Wirtschaftswachstum auf der Überholspur unterwegs ist. Rückschläge darf es dabei nicht geben. Wenig überraschend ist es angesichts dieser Politik, dass man in Peking so lange wie möglich nichts von einer eigenen Ölkrise wissen wollte.
Doch inzwischen gibt es keine Möglichkeit, das Problem kleinzureden, das sich in Regionen wie im Gebiet um die Hafenstadt Dalian im Osten der Volksrepublik deutlich erkennen lässt. Um dem Ölproblem vor Ort Heer zu werden, hat die Stadtregierung inzwischen eine Art Prämie ausgelobt. Umgerechnet 40 Euro erhalten Helfer, die ein Barrel Öl aus dem Meer längst der Küstenregion abschöpfen. Mehr als 8000 Fischerboote sind derzeit im Einsatz. Die Hilfe geht so weit, dass viele Mädchen und Frauen sogar ihre langen Haare für den Kampf gegen das Öl opfern.
Denn mit den Haaren kann ebenfalls Öl abgesaugt werden. Zahllose Nachbarschaftskomitees aus allen Ecken des riesigen Landes reisen an, um den Menschen zu helfen, die Ölkrise in den Griff zu bekommen. Mittlerweile scheint festzustehen: Auch China hadert dieser Tage mit dem schlimmsten Umweltdesaster der Geschichte in der besagten Region. Seit knapp drei Wochen besteht das Problem. Am 16. Juli 2010 war es beim Auspumpen eines Öltankers aus Lybien zu einem Fehler gekommen, so dass insgesamt laut Greenpeace bis zu 90.000 Tonnen Rohöl ins Gelbe Meer gelangt sein könnte. Die Stadtregierung von Dalian spricht hingegen nur von etwa 1.500 Tonnen.
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