China auch bei Hinrichtungen Weltmeister
By Matthias on Aug 2, 2010 in Politik
Alljährlich wird der von der bekannten Initiative „Hands off Cain“, die sich seit etlichen Jahren gegen die Aufrechterhaltung der Todesstrafe einsetzt, ein Bericht zur Lage in der Welt publiziert. Auch aktuell ist wieder einmal so weit. Schon seit langem kritisiert die internationale Gemeinschaft die Situation im Iran. Vor Ort wurde in den vergangenen Monaten ein „dramatischer Anstieg“ der Todesurteile und der Durchführungen beobachtet. Doch der neue Jahresbericht weist vor allem auf einen Punkt hin. Schlimmer als in Iran steht es auch weiterhin in der Volksrepublik China hinsichtlich der Zahl der Hinrichtungen.
Die Zahlen von „Hands off Cain“ sind sogar noch schlimmer als die Aussagen, die Amnesty International im Frühjahr dieses Jahres veröffentlicht hatte. Die Rede ist von mehr als 5000 Hinrichtungen im Reich der Mitte im Jahr 2009. Doch genaue Zahlen – dies ist das größte Problem in diesem Zusammenhang – gibt die Regierung in Peking auch weiterhin nicht freiwillig bekannt. Darin unterscheidet sich China deutlich von Ländern wie den Vereinigten Staaten. Die USA liegen noch immer auf Platz fünf der Ländern mit den meisten Verhängten Todesurteilen, jedoch gibt die US-Regierung offen Auskunft zur Zahl der Hinrichtungen. In Peking schweigt man sich gewohnt auch bezüglich der Zahlen aus 2009 aus. Lediglich in Einzelfällen informiert China über die Vollstreckung der Urteile.
2009 soll es über 5000 Exekutionen in China gegeben haben. Sollte diese Zahl zutreffend sein, entspräche dies einem Anteil von etwa 88 Prozent am der weltweiten Gesamtzahl. Eine positive Meldung gibt es in diesem Zusammenhang aber dann dennoch von der Initiative zu berichten. Denn insgesamt sei international ein Rückgang der Hinrichtungen zu beobachten. In China soll die Zahl der Exekutionen nach Aussagen der Regierung in den vergangenen beiden Jahren um bis zu 30 Prozent gesunken sein.
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