Chinas Angst vor dem Immobilienkollaps
By Matthias on Jul 19, 2010 in Wirtschaft
Was erst vor wenigen Jahren als Immobilienblase zu einem großen Teil mit für den Ausbruch der internationalen Wirtschaftskrise verantwortlich war, scheint vielerorts nicht gerade für die nötige Einsicht geführt zu haben. Wie sonst wäre es zu erklären, dass derzeit ausgerechnet an dem neuen Wirtschaftsstandort schlechthin – eben in der Volksrepublik China – ebenfalls die Gefahr droht, dass die Immobilienblase platzen könnte.
Bedenklich ist die Gefahr nicht zuletzt auch aus dem einfachen Grund, dass ausgerechnet viele deutsche Unternehmen wie Banken und Versicherungsgesellschaften im Reich der Mitte investiert haben in den vergangenen Jahren, so dass auch die hiesige Wirtschaft in erheblichem Maße von den Problemen betroffen sein könnten, wenn es zum Äußersten kommen sollte. Schon jetzt stehen mehr als 65 Millionen Apartments in China leer. In vielen Fällen sind die freien Gebäude in China seinerzeit als Spekulationsobjekte angeschafft und errichtet worden, die nun aber nicht mehr benötigt werden. Aus Sicht von Experten wie dem Ökonom Kenneth Rogoff steht der Kollaps des Immobilienmarktes unmittelbar bevor.
Infolge dieses Zusammenbruchs werde abermals auch der Bankensektor in erheblichem Maße getroffen, so die Meinung des Harvard-Professors. Am Ende dieses Horrorszenarios werde vor allem eines geschehen: Das bisher massive wirtschaftliche Wachstum in China wird dann vermutlich nur noch maximal zwei Prozent betragen und nicht mehr zehn Prozent oder mehr erreichen. Tatsächlich ging das Wachstum im zweiten Quartal 2010 bereits auf nur noch knapp über zehn Prozent zurück, nachdem die ersten drei Monate des Jahres noch ein Plus von fast 12 Prozent erreicht hatten.
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