Chinas Regierung will Internet weiter ausbauen und fördern
By Matthias on Jun 9, 2010 in Internet
Da sage noch mal jemand, in China wolle man die Möglichkeiten im WWW für die User durchweg restriktiv angehen. Anders als bisher von Kritikern erwartet, kündigte die Regierung Beijing nun an, das Internet massiv in seinen technischen Fähigkeiten ausbauen zu wollen. Diese Weiterentwicklung soll nicht zuletzt auch im Sinne des Staates selbst eingesetzt werden. Und zwar zur Korruptionsbekämpfung. Weniger Kontrollen, so lassen diese Meldungen vermuten, sind somit in den kommenden Jahren nicht unbedingt zu erwarten. Auch mit der eigenen internationalen Rolle in den Sektoren Entwicklung und „Popularisierung“ des Webieht sich die Volksrepublik in einem so genannten Whitepaper des staatlichen „State Council Information Office“ ganz weit vorne.
Mehr noch – man spricht von sich selbst als führende Nation in puncto Internet. Einen Hoffnungsschimmer für die Internetnutzer gibt es im öffentlich zugänglichen Papier aber dennoch. So will die Regierung das Web auch dahingehend verbessern, dass den Bürger in Zukunft online Redefreiheit garantiert werden soll. Mit den Bemühungen will die Führung Chinas dafür sorgen, dass das WWW noch deutlicher als bisher der wirtschaftlichen Entwicklung im Reich der Mitte Vorschub leisten kann. Angesichts der fortgesetzten Einschnitte im chinesischen Web liest sich vor allem ein Punkt des Dokumentes der Behörde interessant:
So verlassen sich dem Papier nach bereits heute rund 80 Prozent aller chinesischen Bürger auf Online-Informationen. Kein Wunder also, dass die Regierung auf das Zugpferd Web setzt. Denn neben dem Kampf gegen die Korruption von Beamten liegt in der virtuellen Welt somit auch eine gute Chance, die Meinung der Bürger zu kontrollieren und zu erfahren, welche Meinungen bei den Menschen im Land vertreten werden. Schon heute sind rund 400 Millionen Chinesen regelmäßig im Internet unterwegs. Etwa jeder Dritte verfügt über einen eigenen Zugang zum Web.
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