China – Kreditgeber für venezolanische Energieprojekte
By Matthias on Apr 19, 2010 in Wirtschaft
In den vergangenen Wochen wurde über die Volksrepublik in wirtschaftspolitischem Zusammenhang in der Regel eher so berichtet, dass es den Anschein hatte, außer dem eigenen Vorankommen habe man in Peking nicht viel mehr als Ziel vor Augen. Tatsächlich lässt die starre Position beim Thema Yuan-Aufwertung und das weiterhin hohe Niveau der staatlichen Maßnahmen zur Stabilisierung und Förderung der heimischen Konjunktur darauf schließen, dass die eigenen wirtschaftlichen Entwicklungen der Regierung über alles gehen. Eine Meldung vom Wochenende lässt nun aber erkennen, dass auch wirtschaftliche Zusammenarbeit eine zunehmende Rolle für das Reich der Mitte spielt.
Verstärkt sieht man sich als Partner der internationalen Gemeinschaft und nicht mehr nur als Außenseiter, der ständig von anderen Nationen kritisiert wird. Zwischen China und dem südamerikanischen Land Venezuela wurde am vergangenen Wochenende eine Kreditvereinbarung unterzeichnet. Rund 20 Milliarden US-Dollar gewährt China in diesen Vereinbarungen für neue Öl- und Stromprojekt in Venezuela. Wie eng man zusammenarbeiten will, wird deutlich, wenn man weiß, dass Präsident Hu Jintao selbst bei der Vertragsunterzeichnung zugegen sein wollte. Das Erdbeben in der Heimat jedoch hatte ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht.
Uneigennützig ist freilich auch dieses Kreditmodell (das von der China Development Bank bereitgestellt wird) nicht. Mit dem eingeschlossenen Investitionsfonds zwischen China und Venezuela sichert China mit den Darlehen nicht zuletzt auch die Abdeckung des eigenen Energiebedarfs, der in den kommenden Jahren weiterhin deutlich ansteigen wird. Auch mit anderen Ländern wie Brasilien und Russland will bzw. hat Peking bereits Verträge unter Dach und Fach gebracht. Als Geldgeber ist die Volksrepublik immer häufiger gefragt im Ausland.
Post a Comment