Liao Yiwu darf nicht zur Lit Cologne


Schon im vergangenen Herbst sorgten die Ausreisebestimmungen für den chinesischen Autor Liao Yiwu für internationale Debatten, in deren Mittelpunkt einmal mehr die Redefreiheit für Journalisten und Künstler stand. Damals hatte die Regierung in Peking dafür gesorgt, dass der bekannte Schriftsteller nicht auf Buchmesse in Frankfurt reisen konnte, obwohl die Volksrepublik die Rolle des Ehrengastes eingenommen hatte im vergangenen Jahr. Nun geht es um das international angesehene Literaturfestival lit.Cologne in Köln.

Auch in diesem Fall verhinderte die politische Führung, dass Liao Yiwu seinen geplanten Flieger nach Deutschland nehmen konnte. Dabei war es denkbar knapp, die Polizei holte den Autor kurz vor dem Abflug aus der Maschine, als er gerade aus Chengdu im Südwesten des Landes in Richtung Köln abheben wollte. Dabei lag für den umstrittenen Reisenden bereits ein deutsches Visum vor. Für die Regierung indes ist dies scheinbar nicht weiter interessant, um die eigenen Entscheidungen zu überdenken. Schon zu Beginn des Februars hatte Liao Yiwu selbst in einem Brief an die deutsche Bundeskanzlerin darum gebeten, dass Angela Merkel persönlich sich für die Erlaubnis zur Ausreise aus China einsetze.

Doch alle Bemühungen haben nach dem jetzigen Stand der Dinge nichts gebracht, auch diese Veranstaltung wird wohl ohne den Autor des unter dem deutschen Titel erschienenen Buches „Fräulein Hallo und der Bauernkaiser: Chinas Gesellschaft von unten“ stattfinden müssen. Für Menschenrechtsorganisationen beweist die Vorgehensweise einmal mehr, wie China nach wie vor mit Bürgern umgeht, die offen auf Missstände in der Gesellschaft hinweisen.

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