Milchskandal in China noch nicht endgültig erledigt


Der Skandal um mit dem Mittel Melamin verseuchte Babynahrung in China sorgte vor gut einem Jahr weltweit für ein heftiges Medienecho. Inzwischen wurden in der Volksrepublik erste Todesurteile gegen Verantwortliche bei den produzierenden Unternehmen ausgesprochen. Doch obwohl der Milchpulverskandal aufgeklärt ist, beschäftigt das Thema die Behörden noch immer, wie aktuellen Medienberichten zu entnehmen ist.

Denn derzeit heißt, dass die zuständigen Behören auf der Suche nach mehr als 90 Tonnen verseuchter Milch suchen, die von Sommer bis Spätherbst 2009 mit dem Ziel der Weiterverarbeitung verkauft worden waren. Die gesuchte Milch gehört zu einer Gesamtmenge von etwa 170 Tonnen, die von einer Molkerei in der Provinz Ningxia im Nordosten Chinas weiterverkauft worden waren, obwohl eigentlich zur Vernichtung vorgesehen. Fraglich ist nun in diesem Punkt, ob der Verkauf im Wissen der Schädlichkeit getätigt worden war.

Illegal jedenfalls war der Verkauf in jedem Fall, da das Pulver in einer neuen Verpackung an insgesamt fünf Firmen verkauft worden ist. Laut einem früheren Funktionär des Molkereiverbandes wirft das neue Problem einmal mehr ein schlechtes Licht auf die Kontrollbehörden des Landes, die den Lebensmittelschutz noch immer nicht im nötigen Maße umsetzen könnten. Die Behörden suchen nun auf Hochtouren nach den restlichen Tonnen, um auch diese ordnungsgemäß zu vernichten.

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