Sorgt Avatar für politische Unruhen?
By Matthias on Jan 19, 2010 in Kultur
Skurrile Dinge gehen mitunter vor im Reich im der Mitte. So erfreut sich der weltweit irrsinnig erfolgreiche Hollywood-Blockbuster „Avatar“ zwar auch in China bei den Zuschauern extrem hoher Beliebtheit. Doch anders als bei uns etwa wird der Film des Regisseurs James Cameron in den chinesischen Kinos erst einmal nur noch bis zum kommenden Wochenende in den Kinos gezeigt. Einzig in den Kinos, die über eine 3D-Technologie verfügen, wird der Film auch nach dem Freitag weiterhin vorgeführt.
Hintergedanke der Einschränkungen ist jedoch weniger der Wunsch, den Besuchern bestmögliche Hightech zu bieten. Vielmehr ist der Film den Propagandabehörden der Volksrepublik ein Dorn im Auge. So identifizieren sich zahlreiche Chinesen mit dem im Film vertriebenen Volk, denn auch in China wurden viele Menschen zum Wohle der Allgemeinheit und zum Zwecke von groß angelegten städtischen Modernisierungsmaßnahmen gezwungen, mit ihren Familien ihre bisherigen Wohnungen und Häuser aufzugeben.
Die Behörden fürchten nun, dass die Kinobesucher mit Gewalt auf das im Film Gesehene reagieren könnten. Offiziell heißt es, der Film beraube heimische Filme ihrer möglichen Einnahmen. In China sprechen Menschenrechtsaktivisten sogar davon, dass nur die Menschen in der Volksrepublik wirklich verstehen können, was mit dem fiktiven Volk im Film eigentlich geschieht.
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