Prämien für Meldung von Internetseiten machen sich bereits bezahlt in China
By Matthias on Jan 4, 2010 in Internet
Aus Sicht vieler Beobachter waren die Entwicklungen in China im Hinblick auf das Internet und die politischen Einschränkungen für Betreiber von Webseiten bereits schlimm genug. Doch schon jetzt steht fest, dass die Zensurbestrebungen gegen Webseiten mit unbequemen Inhalten auch im neuen Jahr fortgesetzt werden sollen. Die Software für die Sperrung von unerwünschten Webseiten bezeichnet man fast liebevoll als Goldener Schild bei der Internetpolizei der Volksrepublik.
Faktisch gibt es keine eindeutigen Statements dazu, wie viele Seiten bereits geblockt wurden oder wie viele Seiten noch im Rahmen der Maßnahmen gesperrt werden sollen. 2009 sollen rund 9000 Webseiten gesperrt worden sein. Infolge dessen wurden gegen mehr als 4000 Personen Verfahren eingeleitet. Im Rahmen der Kampagne gegen Pornografie im Web lässt sich die Regierung nur ungern in die Karten schauen. Gegner der Aktion werden nicht müde darauf hinzuweisen, dass vor allem auch gegen politische Seiten vorgegangen wird, die mit nicht regierungskonformen Inhalten gefüllt sind.
Als erfolgreich bezeichnet man bei den zuständigen Behörden in China auch die Denunziationsprämie, die schon seit einigen Wochen für Hinweise auf unerlaubte Webseiten in Höhe von maximal umgerechnet fast 1000 Euro gezahlt wird. Bisher wurden knapp weniger als 19 000 Anzeigen aufgenommen. Dass diese Summen vermutlich manchen Bürger auch ohne ausreichende Indizien zur Aussage bewegen könnten, weisen die Behörden von sich.
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