World of Warcraft erneut im Clinch mit Chinas Zensurbehörden
By Matthias on Nov 4, 2009 in Internet
Es ist nicht das erste Mal, dass die Macher des weltweit sagenhaft erfolgreichen virtuellen Rollenspieles in der Volksrepublik China mit Problemen konfrontiert werden. Die Experten der Behörde für Presse und Publikationen der Volksrepublik China hatten schon mehrfach Schritte wegen inhaltlicher Bedenken ergriffen. So wurde erst vor wenigen Wochen dafür gesorgt, dass die chinesischen User eine Zeit lang nicht ihrer WoW-Sucht frönen konnten.
Nun handelt es sich allerdings nicht mehr um eine Pausierung des Angebotes, weil die GAPP die Inhalte des Programms prüfen will. Vielmehr wirft die Behörde den Unternehmen Netease, das World of Warcraft in China betreibt, vor, man habe wichtige Vorgaben missachtet. Die Folgen für den Anbieter haben es nun durchaus in sich. So erlaubt die Behörde zunächst einmal nicht mehr, dass für bestimmte Inhalte Gebühren von den Nutzern erhoben werden.
Zu den speziellen Auflagen, die verletzt worden sein sollen, gibt es bisher keine genaueren Informationen. Spekuliert wird aber darauf, dass sich die Behörde sowohl auf die hohe Suchtgefahr und die Gewalt im Ablauf des Spiels bezieht. Andere Experten gehen davon aus, dass Chinas Regierung schlicht die Position der heimischen Unternehmen stärken will auf dem Markt
Ich wohne seit 3 Jahren in China und spiele auch auf Chinesischen Servern. In China ist/war WoW nur mit dem addon TBC erhältlich.
Seit langem warten viele hier in China auf WOTLK. Mit dem Wechsel von The9 zu Netease als Betreiber des Spieles, haben viele die Hoffnung, dass WOTLK bald erscheinen würde. Aber offenbar gefällt das der Chinesischen Behörde nicht.
Zur Zeit streiten sich die MOC “Ministry of Culture” und die GAPP “General Administration of Press and Publication”. Die MOC “Ministry of Culture” hat Netease bereits eine Bewilligung erteilt. Da sich aber die GAPP nun hintergangen fühlt, versucht diese ihre Macht zu zeigen, indem sie mitteilte, dass sie keine Bewilligung für die kommerzielle Benutzung des Spiels erteilt habe.
Dies ist ein reines Kräftemessen und der Leidtragende hier ist wiederum der Spieler.
Wird das Spiel in China in Zukunft offiziell nicht zugelassen, werden die restlichen Chinesischen Spieler auf Server in Taiwan ausweichen. Die Gefahr der Spielsucht bleibt also weiterhin bestehen. Dies ist der Regierung Chinas bereits bekannt, und deshalb ist ersichtlich das dies nur ein Vorwand ist um das Spiel in China nicht zuzulassen. In Wahrheit geht es um Schmiergelder. Aber das ist ein anderes Thema.
Ricardo | Nov 6, 2009 | Reply