Britischer Schuhwurf bleibt in China unerwähnt
By Matthias on Feb 3, 2009 in Kultur
Der letzte Politiker, auf den ein „Attentat“ mit einem Schuh verübt wurde, war der damals noch in Amt und Würden befindliche Georg W. Bush bei einer seiner letzten Reden im Ausland. Nun war der Ministerpräsident Chinas, Wen Jiabao, der ebenfalls in den fragwürdigen Genuss kam, das Ziel eines (vermutlich) britischen Schuhs zu werden.
Während einer Rede in der alterwürdigen Universitätsstadt Cambridge ließ sich ein Zuhörer die Gelegenheit nicht nehmen und warf nach dem Ministerpräsidenten. Getroffen hatte der Werfer nicht. Vielleicht war dies auch der Grund, dass der Vorfall nur in minimaler Form überhaupt in den chinesischen Medien erwähnt wurde. Als Nebensatz in einer Story über die steigende Arbeitslosenquote in der Volksrepublik. Allerdings auch hier nur in abgewandelter Form.
Denn der Schuhwurf wird hier als schlichte Störung erwähnt, hinter der sich die Leser sich alles andere vorstellen werden als den eigentlichen Zwischenfall. Wen Jiabao bezeichnete die Tat als äußert verachtenswerten Angriff auf die britisch-chinesische Freundschaft, die sich von derlei Angriffen jedoch nicht auflassen halte. Tatsächlich heißt es in China sogar, die anwesenden Gäste wären aufgebracht gewesen, als es zum Wurf kam.
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