Droht erneut Vogelgrippe-Welle?
By Matthias on Jan 19, 2009 in Bevölkerung
Während wir in Europa mit der schweren Influenza, also der klassischen Grippe zu kämpfen haben, die mittlerweile in vielen Ballungszentren europäischer Ländern um sich greift, könnte es in China einmal mehr zu einer Ausbreitung der Vogelgrippe kommen. In Metropolen wie Beijing und Shandong kam es zuletzt wieder zu mehreren Fällen, inzwischen gab es bereits erste Todesfälle.
Mediziner und Forscher fürchten, dass die klimatischen Bedingungen im Winter und dem nahenden Frühjahr günstig für die Verbreitung der Erreger-Zellen sein könnten. Aufgrund des näher rückenden Frühlingsfestes wird zudem deutlich mehr Geflügel gekauft und verzehrt. Dies begünstigt den Ausbruch einer möglichen Epidemie zusätzlich. Mittlerweile wird wurde auch unter anderem in der Umgebung der Provinz Shanxi von Erkrankungen bei Kindern berichtet, zum Teil mit noch ungewissem Ausgang.
Denn vor allem Kinder und alte Menschen erwischt die Vogelgrippe oft dramatisch schwer. Aus dem Ministerium für Agrarangelegenheiten wurde nun bekannt gegeben, im Laufe des Jahre weitreichende Maßnahmen gegen Tierseuchen starten zu wollen, damit es nicht wie bisher in trauriger Regelmäßigkeit zu derartigen Erkrankungswellen kommen kann. dazu gehört auch der Ausbau und die Erhöhung des Tempos bei der Produktion von Impfstoffen, die für einen harmloseren Verlauf der Vogelgrippe etwa führen.
Übertragung der H5N1 Vogelgrippe durch Tränk- und Trinkwasser
Die Infektion von Menschen mit dem Vogelgrippevirus überwiegend durch direkten Kontakt mit infiziertem Geflügel ist eine unbewiesene Annahme der WHO. Die fäkal übertragene H5N1 Vogelgrippe kann sich auch durch kontaminiertes Trinkwasser ausbreiten. Infizierte Wildvögel und Geflügel können überall das als Trinkwasser genutzte Wasser kontaminieren. Alle Menschen haben Kontakt mit dem Trinkwasser. Gerade bei den in Südostasien häufig anzutreffenden dezentralen Wasserversorgungen kann dieser Übertragungsweg Häufungen in einem Haushalt erklären. Im tropischen Klima ist die Influenza in der Regenzeit nach Überschwemmungen typisch. Die Virulenz von Influenzaviren im Wasser hängt von der Temperatur und der Zeit ab. Wenn frisch kontaminiertes Wasser aus flachen Brunnen, Zisternen, Tanks, Regenfässern, Teichen, Flüssen oder Reisfeldern getrunken wird, kann zur Übertragung der Vogelgrippe mit dem Trinkwasser die Wassertemperatur weit höher sein als im gemäßigten Klima mit „älterem“ Wasser aus zentralen Wasserversorgungsanlagen. Influenzaviren bleiben im Wasser bei 24°C etwa 2 Tage virulent, bei 7°C etwa 14 Tage. Das Oberflächenwasser, das Quellwasser und auch das Grundwasser sind weltweit mit Viren belastet. Die Vireneliminationsleistung der Trinkwasseraufbereitung in Deutschland erfüllt regelmäßig nicht die Anforderungen der WHO und der USA/USEPA. Viren werden aus dem Wasser nicht oder nur unvollständig gefiltert. Desinfektionsverfahren bringen wenig, weil Viren im Wasser nicht einzeln, sondern verklumpt vorkommen und deshalb von herkömmlichen Desinfektionsverfahren nicht erreicht werden können.
Die Risikobewertungen der Deutschen Bundesregierung zu Vogelgrippeviren im Trinkwasser sind grundlegend falsch. Das Trinkwasser wird in Deutschland nicht zu 70% aus tiefem, gut geschütztem Grundwasser gewonnen. Viren werden nicht umfassend aus dem Trinkwasser gefiltert.
soddemann-aachen@t-online.de
http://www.dugi-ev.de/information.html
Dipl.-Ing. Wilfried Soddemann | Jan 19, 2009 | Reply