China bricht im Web zu alten Ufern auf
By Matthias on Dez 19, 2008 in Internet
Gerade erst kam scheinbar berechtigte Hoffnung auf, in der Volksrepublik könnte auch in Sachen Zensur im Internet endlich wenigsten bedingt ein neues Zeitalter angebrochen sein. Da verwirft die Regierung in Peking den (zumindest vereinzelt) neu eingeschlagenen Weg wieder und greift mit gewohnter Härte gegen unterschiedliche Webseiten durch, die erst während der Olympischen Sommerspiele mehr Freiheit erhalten hatten. Mehr als ein Strohfeuer im Sinne eines guten Rufs steckte also in den Lockerungen der Zensur am Ende doch nicht. Seiten, die mit dem chinesischen Recht nicht vereinbar sind, will man laut Bekundungen aus dem Außenministerium also wieder verstärkt im Auge behalten. Vorrangig sollen die ursprünglichen Restriktionen die Seiten betreffen, auf denen sich Autoren mit der Abspaltung Taiwans von der Volksrepublik auseinander setzen. Schon seit der vergangenen Woche sind die Sperrungen laut der Hongkonger Universität im vollen Gange. Selbst Seiten der Uni seien betroffen, weil dort vor Monaten Meldungen über den Taiwan-Konflikt veröffentlicht worden waren. Zudem wurde der Webauftritt des chinesischen Ablegers der BBC zumindest teilweise gesperrt. Ein schlechtes Gewissen plagt die Behörden nicht, denn „andere Länder setzen ähnliche Maßnahmen“ um. Nur die Definition ist in China eben wie so oft etwas weitreichender als anderswo.
Tja, das ist schon eine besonders souveräne Regierung, die so verbissen gegen böse Landkarten vorgeht.
Mein eigenes Blog ist übrigens auch geblockt, sogar schon vor dieser aktuellen Zensur-Welle. Schade, 3 Milliarden potentielle Leser weniger.
Klaus | Jan 10, 2009 | Reply