Dalai Lama Auftritt im europäischen Parlament stößt China bitter auf


Wenn es etwas an China wohltuend ist, dann die Eigenschaft, dass Reaktionen auf bestimmte Themen im Vorfeld absehbar sind. Die Verärgerung des Dalai Lama-Besuchs beim EU-Parlament jedenfalls war vollkommen vorhersehbar. Willkommen hieß man den buddhistischen Führer der Tibeter in seiner Rolle als religiöses Oberhaupt, das wiederum spielt für die Regierung in Peking eine untergeordnete Rolle, den Auftritt versteht man in China als Affront. Dabei hat der Dalai Lama ausgerechnet in seiner aktuellen Rede davon Abstand genommen, er fordere eine Unabhängigkeit von der Volksrepublik. Vielmehr forderte er die Wichtigkeit stärkerer Beziehungen zwischen Tibet und China. Man wolle weiter trotz der Forderung nach einer weiterhin bestehenden tibetischen Identität und einer Autonomie zu China gehören. Die Standing Ovations, die ihm für seine Rede zukamen von den Abgeordneten im Parlament werden in China kaum auf Begeisterung gestoßen sein. Der Wunsch des Dalai Lama nach einem friedvollen und harmonischen Miteinander jedenfalls ist kaum das erklärte Ziel der chinesischen Politik. Der Aufforderung nach einem stärkeren Dialog wird man kaum nachkommen wollen. Dafür kühlt sich das Verhältnis zwischen der EU und China möglicherweise wieder etwas ab.

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