China auf dem Weg an die Spitze der Weltwirtschaft


Stünden den Ländern in der Eurozone nur ansatzweise so umfangreiche finanzielle Reserven zur Verfügung wie der Volksrepublik China, wären die Staatschefs wahrscheinlich deutlich ruhiger, als sie es aktuell sind. Zum Jahreswechsel wird China mehr als zwei Milliarden US-Dollar Währungsreserven in petto haben, dies entspricht dem Zwölffachen des europäischen Kapitals, das auf unserem Kontinent als Polster in der Finanzmarktkrise ausreichen muss. Insgesamt verfügt die Regierung Chinas mittlerweile über fast 30 Prozent der Weltreserven, um sich für die Zukunft als Wirtschaftsmacht weiter zu rüsten und an Einfluss zu gewinnen. Damit hat die Nation als Wirtschaftsstandort die vor inzwischen 30 Jahren ausgerufene Marktwirtschaft längst erreicht. Frei von drohenden Gefahren ist der Markt in China dennoch nicht. Die Krise und zu kurz greifende oder direkt ausgebliebene Reformen des Arbeitsmarktes werden vermutlich dazu führen, dass die Arbeitslosigkeit im Reich der Mitte deutlich ansteigen wird, ungeachtet aller vorbildlicher Wachstumszahlen. Hinzu kommt, dass viele der zig Millionen Bauern noch heute nicht wissen, wie sie am nächsten Tag ihre Familien ernähren sollen. Treffen wird es insbesondere die Wanderarbeiter. An der Rolle Chinas als inzwischen größter Geldgeber der USA wird sich dennoch in absehbarer Zeit kaum etwas ändern. Schließlich sind die US-Staatsanleihen mit einer der wichtigsten Gründe für den raschen Aufstieg an die Spitze der Weltwirtschaft.

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