Journalistenzunft in China mit mehr publizistischen Freiheiten
By Matthias on Okt 20, 2008 in Politik
Inwieweit sich die Ausweitung der medienrechtlichen Freiheiten der Journalisten nur auf ausländische Schreiberlinge bezieht, oder ob die Lockerungen auch für die einheimischen Berichterstatter gelten, muss sich erst noch zeigen. In jedem Fall ist es endlich mal eine erfreuliche Meldung aus der Volksrepublik, dass die Liberalisierung des Medienrechts, die von der chinesischen Regierung in Peking schon Anfang 2007 zunächst nur für die Olympischen Sommerspiele umgesetzt wurde, nun auf Dauer Bestand haben soll.
Die meisten Journalisten aus dem In- und Ausland hatten erwartet, dass die eigentlich nur bis zum 17.Oktober gültige Ausweitung wieder zurück genommen würde. Aber auch die Regierung Chinas ist eben ab und zu für freiheitliche Überraschungen gut, wie es scheint. Der Staatsrat hat nun aktuell am Wochenende beschlossen, dass Korrespondenten aus dem Ausland nun ohne zusätzliche behördliche Genehmigung im Reich der Mitte tätig werden dürfen, ohne dass sich die Regierungsvertreter in die Berichterstattung einmischt. Die gilt jedoch nicht für das tibetische Gebiet. Überhaupt muss die Regierung nun beweisen, dass es sich bei den „neuen“ Richtlinien nicht bloß um Makulatur auf dem Papier handelt, sondern dass man wirklich um die Umsetzung nach westlichen Standards bemüht ist.
Hört sich gut an, aber nur auf dem ersten Blick. Was nützt es den Journalisten, wenn sie sich jetzt ihre Interviewpartner frei wählen dürfen, die Interviewpartner aber mit Sanktionen rechnen müssen, wenn sie mit ausländischen Journalisten sprechen?
Lisa | Okt 20, 2008 | Reply