Nach Protesten droht das Arbeitslager


Offizielle Bestätigungen gibt es natürlich bislang nicht. Dennoch scheint das, was die Angehörigen zweier Chinesinnen, die stramm auf die 80 zugehen, der Wahrheit zu entsprechen.
Die Damen hatten nicht viel mehr getan, als innerhalb der von der Polizei ausgewiesenen Zonen von ihrem Demonstrationsrecht während der Spiele Gebraucht zu machen. Die Verwandten berichten nun, dieses Vorgehen habe dramatische Konsequenzen gehabt.
Auch bei Menschen im hohen Alter sieht die Regierung Chinas wohl noch Veränderungsmöglichkeiten. Und so wurden die beiden Frauen den Berichten zufolge in ein Arbeitslager transportiert, in denen sie jeweils für den Zeitraum von zwölf Monaten Umerziehungsmaßnahmen über sich ergehen lassen müssen.
Bisher ist die Strafe wohl nur „zur Bewährung“ verhängt worden, die betagten Damen stünden unter polizeilicher Beobachtung, heißt es in Beijing derzeit. Grund für die Demonstrationsbereitschaft waren die Enteignungen aus dem Jahre 2001, für die den Frauen nicht einmal Entschädigungen zugesprochen wurden.
Mehrfach hatten sie Demonstrationserlaubnisse beantragt ohne Erfolg. Trotzdem zu demonstrieren, das bedeutete mehr als zehnstündige Verhöre. Eine der Frauen hat angekündigt, Einspruch einlegen zu wollen.
Was die Unterbringung in einem Arbeitslager in diesem Alter bedeuten könnte, kann sich wohl jeder denken.

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