Auch während der Sommerspiele darf demonstriert werden


Das hatten China-kritische Beobachter nicht unbedingt erwartet. Auch wenn es in vorgeschriebenen Bahnen ablaufen muss, trotzdem ist während der näherrückenden Olympischen Spiele in der Volksrepublik China das Demonstrieren nicht verboten, obwohl viele davon ausgegangen waren, dass die Regierung bei dem Thema einen Riegel vorschieben würde.
Drei Parks wurden nun sozusagen zur Demo-Area bestimmt. Bevor die Bürger und Gäste des Landes jedoch auf die sprichwörtlichen Barrikaden gehen können, müssen sie von der Pekinger Stadtverwaltung und der örtlichen Polizei eine Genehmigung einholen.
Namentlich sind die freigegebenen Zonen für Demos die Parks Fengtai, Haidian und Chaoyang, dies gab der Sicherheitsdirektor des Organisationskomitees für die Sommerspiele bekannt. Wer nun behauptet, das sei wieder mal typisch chinesische Politik, der irrt gewaltig. Denn auch bei früheren Olympischen Spielen war demonstrieren nicht einfach so und überall erlaubt.
Rund um die Veranstaltungsorte ist Propaganda der politischen Art grundsätzlich seit einer halben Ewigkeit untersagt, weil es sich angeblich mit dem sportlichen Gedanken nicht vertrage, politische Debatten ins Spiel zu bringen. Allein der Menschenrechtsdiskussion und der Tibet-Problematik wegen ist dieses übliche Vorgehen der Regierung Chinas sicher durchaus willkommen.

4 Comment(s)

  1. Anfang Juli hatten wir einen Vortrag zu Minderheiten in China von einer kirchlichen Organisation. Der Referent hat gesagt, dass Dissidenten und potenzielle Kritiker schon Monate vor Olympia aus Peking ausgewiesen oder streng verwarnt wurden. Insofern ist kann man ohne Demonstrationsverbot leben, wenn es keine Demonstranten gibt.

    Volksrepublik China-Beobachter | Jul 31, 2008 | Reply

  2. So was kann man ja wohl kaum ernst nehmen. Geht in die gleiche Richtung wie “größt mögliche Pressefreiheit für ausländische Reporter während der Olympischen Spiele”. “Der Spiegel” liefert folgenden Artikel zu dem Thema: 04.08.08: “Chinas Behörden ersticken Proteste mit scharfen Auflagen.
    Spontane Proteste soll es während der Olympischen Spiele in Peking nicht geben. Daher haben die chinesischen Behörden strenge Auflagen für Kundgebungen erlassen – die faktisch einem Demonstrationsverbot gleichkommen.”

    Winnie | Aug 4, 2008 | Reply

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