Zeremonie für den Olympischen Fackellauf im chinesischen TV zensiert


Der Artikel in der Welt zeigt auf, wie in China mit Kritik derzeit umgegangen wird.
Immerhin fünf nationale TV-Stationen waren an der Übertragung beteiligt, als am Ostermontag mehrere Hundert Millionen Zuschauer dem Entfachen der Fackel im historischen Olympia beiwohnten.
Ganz nach dem amerikanischen Vorbild wurde die Übertragung nicht mehr wie früher üblich in Realtime ausgestrahlt, sondern mit einer zeitlichen Verzögerung von 30 bis 45 Sekunden. Die ermöglichten es letzten Endes denn auch, dass der politische Zwischenfall während der Zeremonie nicht via Satellit in die ganze Welt gesendet werden konnte.

Während der Rede des chinesischen Olympia-Chefs Liu Qi, der auch Mitglied des Politbüros ist, zur feierlichen Eröffnung der ersten Olympia-Abschnitte, skandierte nämlich plötzlich ein tibetischer Protestant Parolen.

Nur mitbekommen hat der Zeitverzögerung wegen niemand etwas von der Störung, denn an der Stelle, als eigentlich die Zwischenrufe gesendet worden wären, sahen die Zuschauer nur den Rasen des Geländes nach einem Kameraschwenk. Danach ging alles seinen geplanten Gang mit der Rede und den weiteren Feierlichkeiten. Geahnt haben die Millionen der gespannten TV-Sehenden sicher dennoch, was los war.
Ob China nun mit den Protesten politisch korrekt umgeht, sei mal dahin gestellt.
In jedem Fall hat die Politik inzwischen erkannt, wie die technischen Möglichkeiten bei der Vermeidung von schlechter Presse behilflich sein können.

3 Comment(s)

  1. Schön dass hier so ausführlich über den “erwachenden Giganten” im Osten berichtet wird (und zwar gerade auch kritisch). Ich habe es bislang zwar erst nach Hong Kong, Macau und Shenzhen geschafft, gerade in Anbetracht der nahenden Olympischen Spiele landet dieses Blog aber trotzdem im Feedreader. ;-)

    kahunablogger | Mrz 27, 2008 | Reply

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